Fünf Jahre KaBüZe – aber immer noch keine Barrierefreiheit

Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. fordert Umzug des Bürgerzentrums an barrierefreien Standort

Vor fünf Jahren wurde an der Karnaper Straße feierlich das „KaBüZe“ eröffnet – das Karnaper Bürgerzentrum, hervorgegangen aus einem Namenswettbewerb, bei dem SPD-Ratsherr Michael Schwamborn den Zuschlag erhielt. Doch von Beginn an gab es Kritik – nicht an der Idee eines Bürgerzentrums an sich, sondern an seiner Umsetzung. Fünf Jahre später zieht das Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. ein klares Fazit: „Noch immer ist das Gebäude nicht barrierefrei – das ist nicht tragbar.“

Bereits 2021 hatte das Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. seine kostenlose Sozialberatung zum Schwerbehindertenrecht aus dem KaBüZe abgezogen. Grund: Die Räumlichkeiten waren für mobilitätseingeschränkte Menschen schlicht nicht zugänglich.
„Die Entscheidung fiel uns nicht leicht“, so Roland Kaiser vom Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V., „aber viele unserer Ratsuchenden sind auf barrierefreie Angebote angewiesen. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit dem Seniorenreferat der Stadt Essen eine neue Lösung gesucht – und am Karnaper Markt gefunden.“

Seitdem finden die Beratungen des Vereins im städtischen Helene-Reinhold-Seniorenbegegnungszentrum statt – mit barrierefreiem Zugang, behindertengerechten Toiletten und Parkplätzen in unmittelbarer Nähe. Für das Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. ist klar: „Hier sollte das neue Bürgerzentrum entstehen.“

KaBüZe nicht für alle erreichbar – Kritik wächst

Der Unmut in der Bevölkerung über die Situation wächst. Besonders in sozialen Netzwerken macht Denis Gollan, engagierter Karnaper Bürger und Kandidat für den Stadtrat, immer wieder auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam. Auch CDU-Ratskandidat Besnik Kelmendi hat das Thema bereits aufgegriffen.

Beide setzen sich dafür ein, das Bürgerzentrum langfristig an den barrierefreien Standort am Karnaper Markt zu verlagern.
„Das Gebäude gehört der Stadt Essen. Es ist zentral gelegen, bietet Platz, ist barrierefrei und wäre als städtisches Gebäude auch wirtschaftlich sinnvoll“, sagt Thorsten Kaiser, Geschäftsführer des Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V.

Kaiser schlägt vor, in dem Gebäude ein 60plus-Zentrum unter Leitung des gemeinnützigen Vereins einzurichten. Es gehe darum, ein Angebot für alle Generationen zu schaffen – unabhängig von Alter oder Beeinträchtigung.
„Ein solches Zentrum würde nicht nur den Menschen helfen, sondern könnte auch den Marktplatz vor der Tür wiederbeleben.“

SPD-Ratsherr und Inklusionsbeauftragte Simone Stodiek in der Kritik

Deutliche Kritik richtet sich an die SPD im Stadtteil – besonders an Ratsherr Michael Schwamborn und an die Inklusionsbeauftragte des Bezirks V, Simone Stodiek, die zugleich SPD-Bezirksvertreterin ist.
„Ich kann – wie auch viele andere – nicht nachvollziehen, warum sich an der Barrierefreiheit im KaBüZe seit fünf Jahren nichts getan hat“, heißt es aus dem Verein.
Das Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. sieht in der Untätigkeit ein Versäumnis gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die auf einen inklusiven Zugang angewiesen sind.
„Inklusion braucht nicht nur Worte, sondern echte Taten.“

Mit der Unterstützung von Gollan und Kelmendi will das Karnaper Bürgerbündnis 1999 e.V. nun erreichen, dass die Stadt den Weg für ein neues, echtes Bürgerzentrum am Karnaper Markt freimacht – für alle Bürger:innen, mit und ohne Einschränkungen.
„Und anders als vor fünf Jahren“, sagt Thorsten Kaiser mit einem Augenzwinkern, „tun wir das nicht für einen Blumenstrauß oder einen Pizzagutschein – sondern weil es richtig ist.“